Sonntag, 4. Dezember 2016

Im Test: die digitale Körperfettwaage Beets Blu Smart mit iPhone App

Auf der Suche nach einer zugänglichen Körperfettwaage bin ich nach einigem experimentieren auf die Beets Blu Smart gestoßen. In diesem Beitrag möchte ich euch meine ersten Erfahrungen mit diesem Gerät schildern und auch ein paar Hintergründe zum Thema Körperfettwaagen erläutern.

Was ist eine Körperfettwaage

Im Unterschied zu einer normalen Personenwaage misst eine Körperfettwaage nicht nur das Gewicht, sondern zusätzlich den Körperfettanteil, also den prozentualen Anteil des Körperfetts am Gesamtgewicht. Egal ob es um die Gesundheit insgesamt oder um die Figur geht, der Körperfettanteil ist ein deutlich aussagekräftigerer Wert als das Körpergewicht oder der daraus abgeleitete (und zu Recht oft kritisierte) Body Mass Index (DMI). Letzterer nimmt nämlich keinerlei Rücksicht z.B. auf den Körperbau, weshalb so mancher Kraftsportler mit Waschbrettbauch laut BMI übergewichtig ist und so mancher schmaler gebaute Zeitgenosse mit deutlichem Bauchansatz laut BMI schlank sein müsste.

Eine wirklich genaue Messung des Körperfettanteils ist allerdings ziemlich aufwändig und teuer, und entsprechende Geräte sind definitiv nicht für den Hausgebrauch geeignet. Körperfettwaagen stellen hier einen gewissen Kompromiss dar. Diese messen den Körperfettanteil mittels elektrischer Ströme, die durch Elektroden auf der Standfläche der Waage durch den Körper geleitet werden. Und keine Angst, spüren tut man das nicht. Bei diesem Messverfahren sind allerdings ein paar Dinge zu beachten, mehr dazu weiter unten in diesem Beitrag.

Die Beets Blu Smart

Die Beets Blu Smart fühlt sich sehr solide an und kommt sehr elegant daher, gehalten in schwarz mit deutlich sichtbaren und fühlbaren Metallkontakten und einem großen, beleuchteten Display. Letzteres nützt mir persönlich natürlich eher wenig, und Zugänglichkeitsfunktionen hat die Waage als solches auch nicht. An dieser Stelle kommt aber die iPhone App "SmartScale" ins Spiel, die per Bluetooth mit der Waage kommuniziert und alle Funktionen übersichtlich bereitstellt . Unter allen von mir getesteten Apps war dies die einzige, die vollständig VoiceOver-kompatibel ist. Die Waage selbst kostet aktuell knapp 70 Euro, die App ist natürlich kostenlos.

Die Einrichtung ist genauso leicht wie die Bedienung. Hat man die Basiswerte wie Geschlecht, Alter und Körpergröße eingegeben, so muss man zur Messung nur noch die App starten, sich auf die Waage stellen (Position der Kontakte beachten) und auf den zweiten Piepton warten. Anschließend liest die App automatisch Gewicht und Körperfettanteil vor, andere Messergebnisse wie Muskelanteil oder DMI kann man selbst lesen. Die App spricht übrigens deutsch, lediglich die drei Knöpfe am unteren Bildschirmrand sind noch englisch beschriftet. Diese sind von links nach rechts Einstellungen (Settings), historische Werte (History) und Zieleinstellung (Target). Der "Status" in Prozent ist soweit ich es verstanden habe der geschätzte Wasseranteil des Körpers.

Die App unterstützt außerdem eine unbegrenzte Anzahl an Nutzern, was ich allerdings bisher nicht testen konnte.

Natürlich arbeitet die App auch mit der Apple Gesundheits-App "Health" zusammen. Historische Daten kann man zwar auch in der SmartScale App nachlesen, die Gesundheits-App ist hier aber etwas übersichtlicher, und schließlich hat es Vorteile, alle seine Gesundheitsdaten an einer Stelle zu haben.

Die Messgenauigkeit

Ich kann leider bisher keinen Verrgleih zu hochwertigen Messverfahren ziehen, die Messungen sind bei mir aber sehr konsistent. Dabei muss man zwei Dinge beachten. Zunächst einmal sind Körperfettwaagen, die ausschließlich über die Fußsohlen messen, prinzipiell nicht für eine exakte Bestimmung des Körperfettanteils geeignet, sondern geben nur einen hochgerechneten Wert. Der elektrische Strom fließt bei dieser Methode nunmal nicht durfch den ganzen Körper, sondern lediglich durch Beine und Hüften. Der Gesamtwert wird dann anhand mathematischer Verfahren unter Einbeziehung von Geschlecht, Alter und Körpergröße hochgerechnet. Aus diesem Grund kann hier auch nur der Körperfettanteil insgesamt ermittelt werden, nicht aber die Verteilung des Fetts im Körper, was für die Gesundheit eigentlich der wichtigere Aspekt ist. Das Ergebnis ist aber trotzdem ein guter Wert zur Orientierung und, was noch viel wichtiger ist, kann dem Nutzer Tendenzen und Veränderungen aufzeigen.

Dabei ist es allerdings entscheidend, dass die Waage richtig benutzt wird. Die Messung sollte immer zur gleichen Zeit und unter gleichen Bedingungen erfolgen. Bereits eine Dusche oder eine Tasse Kaffee können das Messergebnis beeinflussen,, von vor oder nach dem Training ganz zu schweigen. Ideal ist es, die Messung morgens direkt nach Aufstehen und Toilettengang durchzuführen, und das natürlich unbekleidet.

Hält man sich an diese Vorgehensweise, so hat man eine gute Messgenauifkeit. Und auch wenn der gemessene Wert als solches vielleicht nicht unbedingt exakt richtigist, so kann man doch die Entwicklung des Körperfettanteils gut verfolgen.

In Sachen Ergebniswerte hier aber noch eine Warnung: die Waage stellt in der Health App neben den eigentlichen Messergebnissen auch den Wert für den Grundumsatz ein. Das ist der Kalorienbedarf des Körpers ohne jegliche Aktivität. Ich weiß nicht, welche Formel der Hersteller hier verwendet, aber das Ergebnis ist meiner Einschätzung nach vollkommen absurd. Bei mir wird ein Grundumsatz errechnet, der weit über meinem praktisch verifizierten Tagesbedarf inkl. 7-8 Trainingseinheiten pro Woche liegt. Tut euch also einen Gefallen und ignoriert diesen Wert. Leider kann man den Wert nicht einzeln abstellen, da die App hier einen kleinen Fehler aufweist (ist bereits an den Hersteller gemeldet).

Technische Hinweise

Die iPhone App arbeitet laut Webseite (englisch) mit iPhone 4S und neuer und mmit iPad mini/mini Retina/3/Air. Eine Andoid-Version gibt es ebenfalls, kompatibel mit Android 5.0.

Betrieben wird die Waage mit vier AAA-Batterien, die bei mir mitgeliefert wurden. Laut Webseite sollen diese bei regelmäßiger Nutzung mindestens zwei Jahre durchhalten.

Fazit

Leider sind die meisten Geräte und Verfahren zur Körperfettmessung zu Hause für Blinde schlicht unbenutzbar. Aus diesem Grund war ich gerne bereit, eine gewisse Abweichung bei der Messung mittels Fußelektroden hinzunehmen und habe mich für eine Körperfettwaage entschieden. Von der Beets Blu Smart bin ich vor diesem Hintergrund begeistert. Bisher arbeiten Gerät und App einwandfrei, die Messungen sind konsistent und das kleine Problem bei der Errechnung des Grundumsatzes will ich gerne ignorieren. Den Langzeittest muss sie natürlich noch bestehen, aber mein bisheriges Fazit ist, nicht zuletzt angesichts des guten Preis-/Leistungsverhältnisses, eine klare Kaufempfehlung.

1 Kommentar:

  1. Hallo toller Artikel,Ich selber benutze diese Waage auch seit kurzem kann ich nur weiter empfehlen.
    Zur Messgenauigkeit kann ich sagen bei mir persönlich sehr genau.
    ps.mach weiter so.
    lg Christa

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